Der Sprung nach vorn beginnt bei den Wurzeln – Gedanken zum Reformationstag

Andacht Reformation 2026
Bild: Jens Schulze

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Mirko Peisert
Mirko Peisert

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Zukunftsprozess, „Welle“-Prozess zur Weiterentwicklung der Verkündigungsberufe, Zentrenbildung der landeskirchlichen Einrichtungen, Vernetzung der Arbeit mit Kindern und Familien, Verwaltungsstrukturprozess, Sprengelreform und Gebäudeprozesse. Man kann schnell den Überblick verlieren bei der Vielzahl der aktuellen Veränderungsprojekte. Die Landeskirche befindet sich in einer tiefgreifenden Erneuerung, einer umfassenden Umstrukturierung, einer Transformation der kirchlichen Organisation. Anders gesagt: Es geht um eine Reformation.

Die Evangelische Agentur ist mittendrin. Mit ihrer jeweiligen Expertise beraten alle Teams in vielen Vorhaben. Wir möchten Kirchen- und Gemeindeentwicklung befördern und die beteiligten Akteure vor Ort stärken.

Eine besondere Rolle spielt das Team Organisationsberatung, das nicht nur mit der Gemeindeberatung zahlreiche Fusionen von Kirchengemeinden oder Kirchenkreisen begleitet, sondern auch viele landeskirchlichen Prozesse moderiert.

Das Team Spiritualität fördert mit dem Programm Initiative Missionarische Aufbrüche (I:MA) kirchliche Transformation und gibt zukunftsweisende Impulse zur Kirchenentwicklung.

Das Team Mitarbeiten berät, fördert und unterstützt Kirchenvorstände in ihrer anspruchsvollen Arbeit und begleitet das Programm „Attraktives Gemeindebüro“. 

Angesichts der zahlreichen Prozesse bekommt der Reformationstag, der uns regelmäßig an den Gründungsimpuls der Evangelischen Kirche erinnert, eine ganz neue Relevanz. Auch damals wurden kirchliche Strukturen grundlegend verändert, das Pfarramt wurde neu konzipiert und eine neue Leitungsstruktur der Kirche etabliert. Eine tiefgreifende Erneuerung der Theologie bot die Basis dafür.

Die Reformation war zugleich eine Rückbesinnung auf die Ursprünge des Christentums. Ja, die radikale Rückbesinnung ermöglichte erst den revolutionären Sprung nach vorn.

Dieser Blick auf die Ursprünge könnte auch heute kritisches Potential gegenüber den aktuellen Reformbemühungen entfalten. Er bewahrt uns davor, um uns selbst zu kreisen. Denn die gegenwärtigen Prozesse entfalten ihre jeweils eigene Wirklichkeit und Dynamik.

Eine Rückbesinnung könnte daran erinnern: Kirche war nie als unverrückbare Festung aus Sandstein und Paragrafen gedacht. Sie begann ganz anders, viel beweglicher. Da brauchte es keine Orgeln und Altäre, sondern einen Raum, in dem Menschen miteinander aßen. Da brauchte es keine Berufsbeamten und kein Dienstsiegel, sondern zwei oder drei, die sich im Namen Jesu an die Hand reichten. Die Anfänge lebten vom geteilten Brot, von offenen Ohren für die Nöte der Nachbarschaft und vom brennenden Herzen für Gottes Botschaft.

Wo zwei oder drei sich im Alltag treffen, wo Kranke besucht und Einsame an den Tisch geholt werden, da ist Kirche lebendig – ganz gleich, welcher Name über dem Gemeindebrief steht.

Mir ist natürlich klar, dass eine moderne Großorganisation nicht plötzlich zur freien Basisbewegung wird. Doch die Erinnerung an die Ursprünge bleibt Inspiration und Kraftquelle.

„Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.“ Betont der Hebräerbrief (Hebräer 13,14).

Die Teams der Agentur unterstützen und begleiten bei diesem Suchen.

Einen gesegneten Reformationstag wünscht:

Ihr Mirko Peisert