Frauen und Geld

Podium Frauen und Geld
Bild: Mirco Grützmacher

„Frauen können nicht mit Geld umgehen,“ sagt ein altes, sexistisches Klischee.

Doch es ist falsch. Eine groß angelegte Studie der Sparkasse sagt: „Die vergangenen Jahre haben viele Haushalte finanziell unter Druck gesetzt: Die Preise für Lebensmittel, Energie und Mieten stiegen, die Zinsen für Kredite ebenso. Für viele Menschen in Deutschland bedeutete das, den Gürtel enger zu schnallen. Doch offenbar gelingt dies Frauen besser als Männern.“

Richtig ist zugleich: Frauen verdienen im Schnitt deutlich weniger als Männer. Der Gender-Pay-Gap beträgt in Deutschland 18 Prozent. Frauen haben also 18 Prozent weniger Einkommen als Männer. In der Folge bekommen Frauen zudem deutlich weniger Rente als Männer und sind deshalb weitaus häufiger von Altersarmut betroffen.

Richtig ist außerdem: Frauen investieren weniger in Aktien und andere risikobehaftete  Anlagen. Der sogenannte Gender-Investment-Gap bezeichnet diese Differenz zwischen Männern und Frauen. Vielleicht hat das auch damit zu tun, dass Banken Frauen oftmals schlechter beraten als Männer, wie diverse Untersuchungen zeigen.

Das sind nur einige Facetten des Themas „Frauen und Geld“, das das Team Generationen und Geschlechter in einer Veranstaltungsreihe aufgenommen und in Kooperation mit dem Teams Kultur und Kunst sowie Arbeit und Wirtschaft realisiert hat.

Eine ganz neue Dynamik hat das Thema auch durch die sogenannten „Tradwifes“ bekommen, die via Social Media eine neue Häuslichkeit zelebrieren. Die „Neo-Hausfrauen“ sehen ihren Lebensinhalt in Kuchenbacken, Putzen und dem Zubereiten des Frühstücks für ihren Liebsten.

Klare Rollen, klare Aufgabenteilung - oder mit den Worten der Tradwife-Influencerin Carolina Tolstik gesagt: „Mein Partner und ich ergänzen uns einfach wunderbar mit unseren Stärken.“

Wirklich problematisch wird das Tradwife-Phänomen allerdings, da die Neo-Hausfrauen auch so gut in rechte Weltbilder passen. Leider fügt sich die vermeintlich unmündige Hausfrau sehr perfekt in rechte machistische Machtphantasien. Carolina Tolstik bekommt täglich Kooperationsanfragen von der AFD, die sie konsequent zurückweist. Andere machen das nicht und erhöhen damit ihre Reichweite auf Instagram.

Ein altes Gebet der Bibel erinnert: „Gott liebt Gerechtigkeit und Recht“ (Psalm 33,5). Für mich bringt der Psalm bringt eine ganz heilsame Klarheit in die Debatte:

Gott will Gerechtigkeit. Und zwar für alle Menschen, für Männer und Frauen und auch alle anderen. Der Gender Pay Gap ist nicht gerecht. Ganz einfach. Weniger Rente, obwohl eine Frau die ganze Care Arbeit ihr Leben lang gemacht hat, das ist extrem ungerecht. Das kann Gott nicht gefallen. Denn Gott liebt Gerechtigkeit und Recht.

Als Christ:innen kommen deshalb nicht drum herum, immer wieder für Gerechtigkeit einzutreten.

Auch beim Einkommen oder der Rente.

Mirko Peisert