„Demokratie lebt von Menschen, die mitmachen.“ Mit diesen Worten würdigte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier jüngst den Einsatz jener, die unser demokratisches Gemeinwesen tragen.
Freiwilliges Engagement ist das Fundament für unser soziales Miteinander.
Rund 9.000 Frauen und Männer engagieren sich allein in den kommunalen Gremien in Niedersachsen. Am 13. September werden die Kreisparlamente, Stadt- und Ortsräte neu gewählt. Diese Ehrenamtlichen leisten unverzichtbare Arbeit. Oft mühsam, oft herausfordernd.
Doch der Gegenwind wird rauer.
Immer häufiger schlägt den Engagierten in den Rats- und Gemeindegremien eine aggressive Welle entgegen. Pöbeleien in den sozialen Medien. Beleidigungen an der eigenen Haustür. Anfeindungen morgens beim Bäcker.
Die Zahlen sprechen eine erschreckende Sprache: Fast 40 Prozent aller befragten kommunalen Mandatsträger:innen berichten von Bedrohungen, Beleidigungen oder konkreten Übergriffen.
Dabei gerät oft aus dem Blick: Das sind keine bezahlten Vollzeitpolitiker.
Das sind unsere Nachbarn.
Die Lehrerin von nebenan, der Tischlermeister aus dem Ort, die engagierte Rentnerin. Menschen, die ihre Feierabende investieren, um unser Zusammenleben vor Ort überhaupt erst möglich zu machen.
Der Prophet Jeremia formuliert dazu einen zeitlosen Auftrag: „Suchet der Stadt Bestes; denn wenn’s ihr wohlgeht, so geht’s auch euch wohl.“ (Jeremia 29,7)
Ich verstehe diesen Vers als klaren Auftrag an uns als Kirche: Wir tragen Mitverantwortung für das öffentliche Gemeinwesen und die demokratische Ordnung. Genau das betont auch die aktuelle Kampagne der niedersächsischen evangelischen Kirchen unter dem Leitwort „Menschenwürde. Nächstenliebe. Zusammenhalt“.
In unserer Agentur wollen wir die gesellschaftlichen Debatten nicht nur konstruktiv begleiten. Wir verstehen uns als Anwält:innen und Partner:innen der Ehrenamtlichen. In allen Teams bieten wir Fortbildung, Praxismaterialien und Beratung, um diesen unverzichtbaren Einsatz zu stärken und den Rücken freizuhalten.
Wir stehen an der Seite derer, die Verantwortung übernehmen.
Wir schützen diejenigen, die den Kopf hinhalten.
Einen respektvollen Blick auf all jene, die sich für das Wohl unserer Gemeinschaft einsetzen, wünscht
Ihr Mirko Peisert