„Alles ist erlaubt, aber nicht alles dient zum Guten!“

Zum Umgang mit künstlicher Intelligenz
Andaccht KI und Kirche
Bild: Frédéric Prochasson/stock.adobe.com

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Mirko Peisert
Mirko Peisert

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Für die einen ist die Faszination riesig, für die anderen das Unbehagen und die Sorge. Künstliche Intelligenz sorgt für Begeisterung wie für Erschrecken. Ich selbst bin regelmäßig überrascht und erstaunt, was möglich ist mit der sogenannten Künstlichen Intelligenz, mit den mächtiger werdenden großen Sprachmodellen wie Claude, Mistral oder GPT, mit denen viele von uns schon gelegentlich oder auch täglich mit scheinbarer Selbstverständlichkeit interagieren, ja, vielleicht sogar kommunizieren. Ich bin beeindruckt, welche Ergebnisse entstehen und wie schnell die Entwicklung voranschreitet.

Papst Leo betont in seiner Enzyklika, dass KI-Technologie „immenses Leid lindern“, aber auch „zutiefst beunruhigende“ Folgen haben könne.

Klar ist, dass KI unser Leben und unsere Gesellschaft transformieren wird. Schon jetzt haben sich Schule und Studium sowie viele Wirtschaftsbereiche und Verwaltung grundlegend verändert. Manche Berufsbilder stehen unter Druck, werden wahrscheinlich verschwinden, andere Jobs und Funktionen werden dagegen neu entstehen.

Seit 2024 ist Dr. Karl Teille Referent für KI und Ethik in der Evangelischen Agentur im Team Arbeit und Wirtschaft, das durch ihn auch einen neuen Arbeitsschwerpunkt erhalten hat. Der Wunsch nach Beratung und Fortbildung bei diesem Thema ist in der ganzen Landeskirche enorm, der Diskussionsbedarf aber ebenso.

Auch wenn evangelische Theologie anfällig ist für „Immer“- und „Nie“-Aussagen und von dem reformatorischen „Allein“ geprägt ist, helfen im Blick auf KI-Technologie einseitige Antworten und absolute Setzungen nicht weiter. Weder die Begeisterung noch der Schrecken ist für die Auseinandersetzung zielführend, sondern – neben einem neugierigen Ausprobieren der noch jungen, aber schon so folgenreichen Technologie – vor allem die kluge Abwägung im Dazwischen. Der Apostel Paulus gibt dabei die passende Richtung auch für uns heute vor, wenn er schreibt „Alles ist erlaubt, aber nicht alles dienst zum Guten.“ (1. Korinther 6,12).

In der Evangelischen Agentur hat sich deshalb im letzten Jahr eine Arbeitsgruppe gebildet, die Leitlinien für den verantwortungsvollen Umgang mit KI entwickelt hat. Die Leitlinien benennen insgesamt zwölf Kriterien einer ethisch begründeten Anwendung von KI.

Sie sollen Orientierung für unsere Arbeit als Agentur geben, sie stellen aber auch Empfehlungen für Kirchengemeinden und kirchlich Engagierte dar, die über eine verantwortliche Nutzung von KI nachdenken.

Hier finden Sie die Leitlinien: KI-Leitlinien

Die hier zum Beispiel benannten Aspekte von Transparenz, Datensparsamkeit oder Selbstbestimmung bieten sich zugleich als Kriterien an, nach denen im Umgang mit Künstlicher Intelligenz beurteilt und gehandelt werden kann.

Neben den Leitlinien sind weitere Materialien in der Vorbereitung. Gern steht das Team Arbeit und Wirtschaft für Fragen zur Verfügung.

Mirko Peisert