„Vielfalt verbindet!“ – Die Finals in Hannover

Finals Hannover
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Mirko Peisert
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Vom 23. bis 26. Juli finden in Hannover die Finals 2026 statt. Bei der sechsten Ausgabe des sportlichen Großevents werden in zehn unterschiedlichen Sportstätten 143 Meistertitel in 24 Sportarten vergeben. Fast 4.000 Athletinnen und Athleten werden erwartet.

Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay setzt große Hoffnung auf den Wettkampf: „Es ist die größte Sportveranstaltung in der Stadt seit der Fußball-WM 2006. Und wir wollen den Menschen ein weiteres Sommermärchen schenken.“

Da ein Großteil der Wettkämpfe mitten in der Stadt stattfindet, könnte tatsächlich eine besondere Atmosphäre in der Leinemetropole entstehen. Vom Stabhochsprung auf dem Opernplatz, Rapid Surfen auf der Leinewelle bis zum Breaking im Neuen Rathaus sind die meisten Angebote zudem kostenlos zugänglich.

Besonders interessant ist der Mix aus sehr unterschiedlichen Sportarten – vom Traditionellem bis hin zu Trendigem. So wird geturnt, gerudert, gesegelt oder mit dem Bogen geschossen. Es wird aber auch auf Tempo geklettert, BMX gefahren und Gewichte werden gehoben.

Kirche ist auch dabei, gemeinsam mit der Per Mertesacker Stiftung auf der großen Finals-Meile im Maschpark hinter dem Rathaus. Es geht darum, ethische Themen im Sport zu platzieren und mit Angebot wie Rollstuhlbasketball ganz andere Perspektiven auf den Sport zu gewinnen.

Das Motto „Vielfalt verbindet“ der Finals lässt aufhorchen. Denn Vielfalt wird von vielen derzeit mehr als Risiko und Bedrohung, denn als Chance und Gewinn wahrgenommen. Gendervielfalt ist für viele eher eine Provokation und kulturelle Vielfalt ein Ausdruck von „Überfremdung“.

Aus der rechten und rechtspopulistischen Szene werden Aspekte gesellschaftlicher Vielfalt gezielt angegriffen. Das Ziel dabei ist, gesellschaftliche Veränderungen als Bedrohung darzustellen, Ängste zu schüren und den Diskurs zu verschieben, vormals Unsagbares wieder salonfähig zu machen.

Umso wichtiger, dass der Sport sich bewusst zur Vielfalt bekennt. Tatsächlich verbinden die Finals nicht nur eine Vielfalt von Sportdisziplinen, sondern es treten, anders als beispielweise bei Olympia, Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam antreten.

Sport verbindet, er führt Menschen zusammen und schafft Gemeinschaft. Egal ob bei einer deutschen Meisterschaft, einer wöchentlichen Laufgruppe oder einer Familienradtour.

Sport wirkt ähnlich verbindend wie Religion. Entsprechend hat die letzte Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung die die gemeinschaftsbildende Kraft der Kirchen und des Glaubens hervorgehoben.

Mit einem besonderen Gemeinschaftserlebnis fing für die Kirche alles an: Pfingsten verbindet Gottes Geistkraft unterschiedlichste Menschen, Sprachen und Kulturen. Verbundene Vielfalt: Das ist der Beginn der ersten christlichen Gemeinde.

Möge Gottes Geistkraft auch diesen Sommer wirken, beim Sport, in der Kirche – und überall, wo sich Menschen in Vielfalt begegnen.

Mirko Peisert