Der Frauenmonat März, eine Aktion des Teams Arbeit und Wirtschaft der Evangelischen Agentur der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers zusammen mit neun anderen Landeskirchen, widmet sich dieses Jahr dem Thema „Frauen und Altersarmut“.
Altersarmut ist in der öffentlichen Diskussion nur randständig sichtbar – und aktuell in dieser Zeit multipler Krisen nicht auf der politischen Prioritätenliste. Dabei sind die Zahlen beunruhigend hoch mit ansteigender Tendenz (19,6% der über 65-jährigen Menschen in Deutschland sind armutsgefährdet). Altersarmut betrifft Frauen dabei stärker (21,6% der +65-jährigen), die statistisch zwar länger leben als Männer, aber in ihrem Berufsleben weniger verdienen.
Wir möchten in unserem diesjährigen Blog zum Frauenmonat März auf einige systemische und branchenspezifische Ursachen eingehen und so auch die Vielfältigkeit von beruflicher und geschichtlicher Arbeitsrealität von Frauen zeigen, die von Altersarmut bedroht sind.
Jede Woche, ab dem 25.02.2026, veröffentlichen wir mittwochs eine Andacht und donnerstags einen thematischen Beitrag.
Unsere Themen:
- Woche - Sichtbarkeit von Frauen ist wichtig!
- Woche - Altersarmut (k)ein Thema für Kommunen?
- Woche - Mini Jobs und Verarmung
- Woche - Filmschaffende Frauen und ihre Versorgungsperspektiven im Alter
- Woche - Finanzen in die eigene Hand nehmen!
1. Woche - Sichtbarkeit von Frauen ist wichtig!
„Ich habe das Elend meines Volkes gesehen“, heißt es im 2. Mose 3,7. Sehen, wirklich sehen, ist der Anfang von Veränderung. Und doch bleiben viele Formen von Leid unsichtbar. Dazu gehört auch die prekäre Arbeit, die besonders viele Frauen betrifft.
Prekäre Arbeit bedeutet Unsicherheit: befristete Verträge, niedrige Löhne, fehlende soziale Absicherung, Arbeit auf Abruf. Sie bedeutet ständige Sorge: Reicht es bis zum Monatsende? Was passiert, wenn ich krank werde? Wer kümmert sich um die Kinder, wenn die Schichtzeiten wechseln? Für viele Frauen ist diese Unsicherheit kein Ausnahmezustand, sondern Alltag.
Frauen arbeiten überdurchschnittlich oft in Bereichen, die gesellschaftlich als „selbstverständlich“ gelten: Pflege, Reinigung, Verkauf, Betreuung. Tätigkeiten, ohne die unsere Gesellschaft nicht funktionieren würde und die doch häufig schlecht bezahlt, wenig anerkannt und körperlich wie seelisch belastend sind. Hinzu kommt, dass Frauen oft zusätzlich unbezahlte Arbeit leisten: Sorgearbeit in Familien, Pflege von Angehörigen, emotionale Verantwortung. Vieles davon bleibt unsichtbar, so wie die Frauen selbst oft übersehen werden.
In der Bibel begegnen uns immer wieder Frauen, die am Rand stehen: Die Samariterin am Brunnen, Joh 4, 1-42; die Frau mit den Blutungen, Mt 9,22; Maria von Magdala. Jesus sieht sie. Er hört ihnen zu. Er stellt ihre Würde wieder her. Gottes Blick bleibt nicht an Macht und Status hängen, sondern ruht auf denen, die sonst übersehen werden. Das ist tröstlich und zugleich herausfordernd.
Diese Geschichten sind nicht nur eine Zusage, sondern auch ein Auftrag. Wo wir als Gesellschaft hinnehmen, dass Arbeit unsicher macht statt Leben zu ermöglichen, entfernen wir uns von der Vision eines gerechten Miteinanders. Wo Frauen in Abhängigkeit gehalten werden, weil ihre Arbeit geringgeschätzt wird, wird Würde verletzt.
Das alles lädt nicht nur zum Nachdenken ein, sondern zum Innehalten. Vielleicht ist heute ein Moment, in dem wir fragen: Wen übersehe ich? Wessen Arbeit nehme ich als selbstverständlich hin? Wo profitiere ich selbst von Strukturen, die andere belasten? Und was kann ich tun, im Kleinen, im Großen, um zu mehr Gerechtigkeit beizutragen?
Gott ist ein Gott der Gerechtigkeit. Ein Gott, der hört, wenn Menschen rufen. Ein Gott, der nicht wegschaut. Möge diese Gewissheit Frauen stärken, die in prekären Arbeitsverhältnissen leben. Möge sie uns sensibel machen für ihre Realität. Und möge sie uns den Mut geben, für eine Welt einzustehen, in der Arbeit nicht ausbeutet, sondern zum Leben beiträgt.
Beate Schulte, Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg
Jeden März, in dem geschlechtsspezifische Lohn- und Arbeitsmarktunterschiede („Gaps“) ihre kurze Öffentlichkeitsspanne haben, gehen wir diesen Fragen nach. Neben dem Gender Pay Gap öffnen auch der Blick auf den Gender Hours Gap (Frauen arbeiten öfter in Teilzeit), den Gender Employment Gap (niedrigere Erwerbsquote von Frauen) und dem daraus resultierende Gender Pension Gap (geringere Renten) auf das Thema Altersarmut von Frauen als gesellschaftliches Problem.
Umso wichtiger, dass auch die Kunst sich daran reibt. Wenn die Kunstausstellung „Frauen machen Druck - Kunstblüten“ in diesen Tagen nach Hannover kommt, bringt sie weit mehr mit als künstlerische Arbeiten und Drucktechniken. Sie trägt Erfahrungen, Konflikte und Forderungen und stellt die gleichen Fragen, die gesellschaftlich wie ethisch hochaktuell sind.
Die Ausstellung der Kreativen Werkstatt Dresden e.V. versammelt Werke von Künstlerinnen aus Chemnitz, Dresden und – neu hinzukommend – auch aus Hannover. Mit unterschiedlichen Techniken wurden Geldscheine („Kunstblüten“) gestaltet, die bekannte und auch übersehene Frauen abbilden – als Kollage, als Fotoprojekt, als Zeichnung, als Radierung oder anderen Druckverfahren. „Druck“ ist dabei bewusst doppeldeutig. Er meint den physischen Vorgang des Druckens ebenso wie den sozialen und ökonomischen Druck, dem Frauen historisch und gegenwärtig ausgesetzt sind. Viele Arbeiten berühren Themen wie Care-Arbeit, Lohnarbeit, Körpernormen oder strukturelle Unsichtbarkeit, die im auch jenseits des Kunstbetriebs weiterhin spürbar sind.
Die Ausstellung wurde 2025 als Programmteil der Europäischen Kulturhauptstadt in Chemnitz ins Leben gerufen. Die leitende Idee war, damit auf den Gender-Pay-Gap hinzuweisen, denn noch immer verdienen Frauen selbst bei vergleichbarer Qualifikation und Tätigkeit im Durchschnitt weniger als Männer. Die Ursachen sind bekannt: Teilzeitfallen, geringere Bewertung sogenannter „Frauenberufe“, Karriereunterbrechungen durch Sorgearbeit und fortgeschriebene Rollenbilder haben diese Lücke nie maßgeblich verringern können.
In der Ausstellung werden diese Strukturen ästhetisch erfahrbar gemacht. Verdichtete Bildräume, fragmentierte Körper oder serielle Wiederholungen lassen erahnen, wie sich strukturelle Ungleichheit in frühere Biografien eingeschrieben hat und in die heutigen weiter einschreibt.
Gleichzeitig verändert „Frauen machen Druck“ aber auch die Perspektive auf Frauenbilder. Waren Frauen kunsthistorisch wie gesellschaftlich lange Objekte, Motive oder Projektionsfläche, so kehren die gezeigten Werke diese Blickrichtung um. Frauen sind Subjekte, die ihre Perspektiven selbst formulieren, ihren Geist und Körper selbst definieren und ihre Arbeit sichtbar machen.
Aus christlich-ethischer Perspektive sind diese Themen keineswegs randständig. Die christliche Sozialethik betont die gleiche Würde aller Menschen als Ebenbilder Gottes. Daraus folgt ein Anspruch auf Gerechtigkeit, der sich nicht mit formaler Gleichberechtigung zufriedengibt, sondern reale Lebensverhältnisse in den Blick nimmt. Ungleiche Bezahlung bei gleicher oder gleichwertiger Arbeit widerspricht diesem Grundsatz ebenso wie Rollenbilder, die Menschen auf bestimmte Lebensentwürfe festlegen.
Eine Ausstellung wie „Frauen machen Druck“ kann daher auch als Einladung zur Selbstreflektion und Positionsbestimmung verstanden werden: Wo wirken Vorstellungen von Arbeit, Berufung und Geschlechterrollen bis heute begrenzend? Und wie können wir vielfältige Lebens- und Arbeitsformen besser anerkennen? Wie passen diese in das heutige Umfeld?
Dass die Ausstellung in Hannover gezeigt wird, ist auch mehr als ein Ortswechsel. Hannover als Messestadt, als Zentrum von Wirtschaft, Wissenschaft und Evangelischer Kirche bietet einen Resonanzraum, in dem Kunst, Arbeitswelt und Ethik zusammenkommen können. Im Begleitprogramm zu „Frauen machen Druck“ wollen wir nicht nur über Gleichstellung diskutieren, sondern aus verschiedenen Perspektiven Strukturen, Bilder und Haltungen hinterfragen und verstehen – und einander zuhören.
Die Ausstellung läuft vom 27.02.2026 bis zum 08.04.2026.
Annelies Bruhne, Team Arbeit und Wirtschaft in der Evangelischen Agentur der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers
2. Woche - Altersarmut - (k)ein Thema für Kommunen?
Einst zogen die Bäume los. Sie wollten einen König über sich salben.
Also sagten sie zum Olivenbaum: »Sei du unser Herrscher!« Doch der Olivenbaum antwortete ihnen: »Soll ich denn keine Oliven mehr hervorbringen? Mit ihrem Öl werden Götter und Menschen geehrt. Nein, ich will nicht über den Bäumen schweben!«
Da sagten die Bäume zum Feigenbaum: »Auf, sei du unser Herrscher!« Doch der Feigenbaum antwortete ihnen: »Soll ich denn keine Feigen mehr hervorbringen? Die Früchte sind süß und schmecken köstlich. Nein, ich will nicht über den Bäumen schweben!«
Da sagten die Bäume zum Weinstock: »Auf, sei du unser Herrscher!« Doch der Weinstock antwortete ihnen: »Soll ich denn keine Trauben mehr hervorbringen? Mit ihrem Saft werden Götter und Menschen erfreut. Nein, ich will nicht über den Bäumen schweben!« Schließlich sagten alle Bäume zum Dornbusch: »Auf, sei du unser Herrscher!« Da antwortete der Dornbusch den Bäumen: »Ist das euer Ernst? Wollt ihr mich wirklich zum König über euch salben? Dann kommt und sucht Schutz in meinem Schatten! Sonst soll Feuer von meinen Dornen ausgehen und die Zedern vom Libanon fressen!«
(Basisbibel, Richter 9,8 ff)
Eine Fabel, die von der Wahl eines Königs erzählt, der am Ende Unheil über das Land bringen wird.
Aber warum, frage ich mich, kam es dazu, dass ausgerechnet der Dornbusch König wurde? Wie kommt es, dass gerade die Besten nicht kandidieren, als sie gefragt werden König oder vor allem Königin zu werden. Die, die so viel zu bieten haben: Öl und Feigen und Wein. Das kommt mir so bekannt vor: „Danke, dass ihr mich fragt, aber ich kann doch nicht meine Kinder alleine lassen … muss meine alten Eltern versorgen … fühle mich dem nicht gewachsen …“.
Dabei geben sich die Bäume wirklich Mühe. »Auf, sei du unser Herrscher!« rufen sie. Das ist ja ein richtiges Anfeuern: „Auf – mach Du das!“ Die Bäume sind überzeugt: „Du kannst das!“ Doch es nützt alles nichts. Sie bekommen nicht die Königin, die sie sich wünschen. Ihre Kandidatinnen lehnen die Kandidatur ab. Jede sagt mit ihrer ganz eigenen Begründung: „Nein ich will nicht!“
Und so bleibt den Bäumen nichts übrig als ausgerechnet den Dornbusch, der ja nun gar nicht dazu taugt, zum König zu machen.
Ich kann schon ein bisschen verstehen warum die drei tollen Bäume „Nein, ich will nicht!“ sagen. Mir stößt dieses „Mach doch!“ auf. Dieses Ausrufezeichen. Vielleicht geht Empowerment anders. Wie wäre es denn mit einer Frage. „Wie können wir dich unterstützen, damit Du unsere Königin werden kannst?“
Das wäre doch eine gute Frage, von uns Männern an Frauen zum Beispiel. Damit am Ende die Besten sagen „Mach ich“ und tatsächlich auch Königin werden können.
Im Jahr 2026 fallen insgesamt vier regionale Wahlen in unterschiedlichen Bundesländern in den „Frauenmonat März“. Die Kommunalwahlen in Bayern und die Landtagswahlen in Baden-Württemberg finden am Sonntag, den 8. März 2026 zum Internationalen Frauentag statt.
Dieser Tag steht seit über 100 Jahren für den Kampf von Frauen für Gerechtigkeit, Demokratie und Frieden weltweit.
Altersarmut! Selbst schuld? Hierzu 4 Mythen, die so alt sind wie das Rentensystem.
Das „Bündnis gegen Altersarmut insbesondere von Frauen“ in Bayern sagt dazu: Es ist Zeit, veraltete Mythen zu hinterfragen und politische Verantwortung zu übernehmen, um Altersarmut wirksam zu bekämpfen. Denn Rente und soziale Absicherung sind auch kommunale Themen!
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8.3.26: Kommunalwahlen in Bayern; Landtagswahlen Baden-Württemberg
15.3.26 Wahl der Kreistage in Hessen
21.3.26: Landtagswahl Rheinland-Pfalz
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1. Mythos: „Altersarmut betrifft nur wenige. Schon gar nicht bei uns.“
Deutschlandweit sind rund 20 % der Menschen über 65 Jahren armutsgefährdet, das sind über 3,5 Millionen Menschen. Frauen sind deutlich häufiger betroffen: ca. 20–21 % der Frauen über 65 Jahre und nur ca. 15–16 % der Männer über 65 Jahre.
Altersarmut ist kein Randphänomen. Sie betrifft Frauen, weil sie ihr Leben lang weniger verdient, häufiger Teilzeit gearbeitet, Kinder erzogen und Angehörige gepflegt haben. Diese Lebensläufe sind keine Ausnahme, sie sind die Regel!
Altersarmut ist leise. Sie schreit nicht, sie zieht sich zurück. Sie sitzt nicht im Stadtrat, sondern zu Hause und dreht die Heizung runter.
Altersarmut ist da. Auch hier. Sie wird nur oft übersehen:
- Die ältere Frau, die Einladungen absagt, weil sie nichts zurückgeben kann.
- Die Nachbarin, die sagt „Mir fehlt nichts“, obwohl sie seit Monaten neue Schuhe braucht.
- Ein kaputtes Haushaltsgerät ist nicht nur einfach ärgerlich, sondern existenziell, weil die finanziellen Reserven fehlen.
- Einkaufen heißt rechnen, nicht auswählen.
Fakt: In Bayern ist jede 4. Frau über 65 armutsgefährdet – Tendenz steigend. Viele von ihnen erhalten Minirenten, also sehr niedrige Rentenzahlungen, selbst nach langen Versicherungsjahren. Besonders betroffen sind Alleinerziehende, Minijobberinnen, Pflegekräfte.
2. Mythos: „Wer gearbeitet hat, muss sich keine Sorgen machen.“
In Deutschland erhalten 42 % der Rentner:innen weniger als 1.000 € gesetzliche Rente im Monat. Deutschlandweit haben Frauen im Schnitt ein Viertel weniger Alterseinkommen als Männer.
Wer gearbeitet hat – aber nicht so, wie das Rentensystem es belohnt – muss sich sehr wohl sorgen. Frauen haben gearbeitet. Viel. Und hart. Aber Arbeit schützt nicht vor Armut. Das Rentensystem bemisst sich ausschließlich an Erwerbsarbeit. Es ignoriert grundsätzlich Lebensarbeit.
Lebenslange Arbeit bedeutet nicht für das Alter ausgesorgt zu haben:
- Jahrzehntelang im Einzelhandel gearbeitet, immer auf den Beinen gewesen, doch die Rente reicht trotzdem nicht zum Leben.
- Teilzeit gearbeitet wegen fehlender Ganztagsbetreuung mit lebenslangen Folgen für Karriere und Rente.
- Wenn die Kinder aus dem Haus sind, müssen oft Angehörige gepflegt werden: Volle Verantwortung, aber kaum Absicherung.
Fakt: Viele Frauen arbeiten unfreiwillig in Teilzeit oder Minijobs zu Niedriglöhnen - das gibt kaum Rentenpunkte. In Bayern liegt die durchschnittliche monatliche Rente bei etwa 905 Euro. Im Schnitt erhalten Frauen in Bayern 33 % weniger Rente als Männer.
3. Mythos: „Der Stadt- oder Gemeinderat kann gegen Altersarmut wenig tun.“
Deutschlandweit beziehen über 740.000 Menschen Grundsicherung im Alter. Viele weitere hätten Anspruch, stellen aber keinen Antrag. Besonders davon betroffen sind alleinlebende ältere Frauen. Altersarmut spielt sich vor Ort ab und genau hier kann sich etwas verändern. Für ältere Frauen entscheidet sich in alltäglichen Dingen, ob sie sichtbar bleiben oder verschwinden:
Kommunalpolitik ist verantwortlich dafür, ob Altersarmut abgefedert wird oder sich verschärft. Wie sieht es in Ihrer Gemeinde aus?
- Sind die Öffis so teuer, dass manche Nachbarn:innen zu Fuß laufen statt den Bus zu nehmen? Oder können alle Menschen mobil sein, ohne nachzudenken?
- Bleiben Menschen zu Hause, weil es keine kostenfreien Treffpunkte und Freizeitaktivtäten gibt? Oder gibt es Orte in Ihrer Gemeinde, an denen alle willkommen sind?
- Wie viele Menschen in der Gemeinde erfahren keine Beratung, weil sie kompliziert, weit weg, nicht erreichbar oder beschämend ist? Oder wissen Bürger:innen, wohin sie sich vor Ort barrierefrei und niedrigschwellig wenden können und Hilfe finden?
Fakt: Kommunen entscheiden über bezahlbares Wohnen, digitale Teilhabe für Jung und Alt, Begegnungsorte im Alter, bezahlbare Angebote für Bildung, Gesundheit, Kultur, Sport und Freizeit. Altersarmut zeigt sich lokal und kann auch lokal bekämpft werden.
4. Mythos: „Zur Bekämpfung von Altersarmut sind in erster Linie Bund und Rentenkasse gefordert.“
Die politische Verantwortung, gegen Altersarmut vorzugehen, tragen Bund und Rentenkasse, aber auch Länder und Kommunen. Auf allen politischen Ebenen lässt sich Altersarmut bekämpfen, wenn der politische Wille gegeben ist. Denn wo ein Wille ist, Maßnahmen zu unterstützen und Mittel bereitzustellen, die den Lebensabend von Rentnerinnen qualitativ aufwerten und die konkrete Haushaltssituation von Betroffenen verbessern, ist bekanntlich auch ein Weg!
Fakt: Die Kommune entscheidet über
- wohnortnahe und qualitativ hochwertige Kinderbetreuung,
- Unterstützung beim Wiedereinstieg nach Erziehungs- und Pflegezeiten,
- Entlastung und Unterstützung bei Pflege durch Ausbau von Angeboten,
- gute Arbeit in der Kommune (Chancengleichheit, Tariftreue bei Vergabe).
Altersarmut von Frauen fängt nicht erst mit der Rente an. Altersarmut ist kein Schicksal, sondern eine Folge schlechter politischer Entscheidungen.
Am 8. März wählen heißt: Altersarmut bekämpfen – vor Ort, konkret, solidarisch!
Wer Gleichstellung ernst meint, muss Altersarmut bekämpfen.
Wer Altersarmut bekämpfen will, muss feministisch denken.
Und wer Kommunalpolitik macht, kann sich nicht wegducken.
Informieren Sie sich über die Parteiprogramme und fragen Sie konkret bei den Kandidat:innen nach. Wählen Sie demokratische Parteien.
Wählen Sie Frauen, damit weibliche Lebensrealitäten in der Politik mehr Gewicht bekommen!
Es geht 2026 um mehr als Blumen: Es geht um Demokratie, Frieden, Macht, Teilhabe und Gerechtigkeit!
Nina Golf, Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern ……………………………………………………………………………………………………………..
Beitrag im Original mit Bildern
Kumulieren und Panaschieren – so lassen sich Stimmen gezielt einsetzen für meine Kandidatin nach vorne? Historie – Bündnis „Gegen Altersarmut in Bayern, insbesondere von Frauen“