Fünf Jahre Atomwaffenverbotsvertrag – ein Meilenstein in turbulenten Zeiten

Atomwaffenverbotsvertrag
Bild: Wiebke Ostermeier/www.lichtemomente.net

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Felix Paul
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Vor fünf Jahren trat der Atomwaffenverbotsvertrag (AVV) in Kraft – ein historischer Schritt auf dem Weg zu einer Welt ohne Atomwaffen. Mehr als 50 Staaten haben den Vertrag unterzeichnet und in nationales Recht umgesetzt. Dennoch bleibt die Realität widersprüchlich: Atomwaffen werden weiterhin als strategisches Instrument betrachtet, während ihre zerstörerische und unmenschliche Wirkung international unbestritten ist.

Felix Paul, Beauftragter für Friedensfragen der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, betont: „Die Ächtung von Atomwaffen ist ethisch und gesellschaftlich unantastbar. Gleichzeitig müssen wir die politischen Realitäten benennen: Der Besitz von Atomwaffen wird nach wie vor als Sicherheitsgarantie gesehen. Genau deshalb ist es dringend notwendig, dass Politik und Gesellschaft die Möglichkeiten des Atomwaffenverbots ernst nehmen und konkrete Schritte zur Unterzeichnung unternehmen.“

Die Kirchen engagieren sich seit Jahrzehnten gegen Atomwaffen – etwa durch Partnerschaften nach Japan, den Austausch mit Überlebenden der Atombombenabwürfe und die Begleitung nachfolgender Generationen. In der jüngsten EKD-Friedensdenkschrift wird das ethische Gebot der Ächtung weiterhin bekräftigt, ergänzt um politische Handlungsoptionen und die Forderung nach einer globalen Strategie zur nuklearen Abrüstung.

Paul unterstreicht: „Ob eine Welt ohne Atomwaffen jemals vollständig erreichbar ist, bleibt ungewiss. Aber jede Initiative, jeder Vertrag, jede öffentliche Forderung ist ein wichtiger Schritt. Wir als Kirche werden dieses Thema nicht aus der Diskussion lassen – unsere Verantwortung gilt der Bewahrung des Lebens und dem Frieden.“

Fünf Jahre nach Inkrafttreten des Atomwaffenverbotsvertrages bleibt klar: Die Vision einer atomwaffenfreien Welt ist noch nicht Realität – aber sie ist notwendig, moralisch geboten und ein fortwährendes Anliegen kirchlicher Friedensarbeit.