Am 27. Januar, dem internationalen Holocaustgedenktag, erinnern Menschen auf der ganzen Welt an die millionenfachen Opfer des nationalsozialistischen Terrorregimes. Gemeinsam mit Einrichtungen, Organisationen und Initiativen aus Zivilgesellschaft und Politik gedenkt auch die Kirche der Opfer, erzählt ihre Geschichten, verurteilt das begangene Unrecht und stellt sich zugleich der eigenen Verantwortung.
„Das Gedenken steht zunehmend vor der Herausforderung, dass die wichtige Arbeit der Zeitzeugenschaft schwieriger wird. Mit dem Wegfall der persönlichen Begegnung besteht die Gefahr, gleichgültiger zu werden“, sagt Felix Paul, Beauftragter für Friedensfragen der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. „Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, setzt sich unsere Kirche für ein lebendiges, nachhaltiges und ganzheitliches Erinnern an die Opfer der nationalsozialistischen Herrschaft ein. Nur im Begreifen der Verbrechen können wir unsere Zukunft in Abkehr von den Irrlehren der Vergangenheit gestalten und heutigen Formen von Diskriminierung, Menschenfeindlichkeit und insbesondere Antisemitismus entgegentreten sowie bestehende Kontinuitäten aufzubrechen versuchen.“
Dr. Ursula Rudnick, Beauftragte für Kirche und Judentum in der hannoverschen Landeskirche, betont die Bedeutung des gemeinsamen Erinnerns: „Das Erinnern ist schmerzhaft, kann aber zugleich stärken, weil es in Gemeinschaft geschieht und wir dadurch unsere Werte bekräftigen. Jeder Mensch ist Ebenbild Gottes und besitzt Würde und Schutz. Dies immer wieder zu vergegenwärtigen, zu bekräftigen und im Alltag zu leben, ist ein bleibender Auftrag Gottes.“
Für Gedenkveranstaltungen und Andachten stellt die Aktion Sühnezeichen Friedensdienste umfangreiches Material zur Verfügung. In diesem Jahr enthält die Predigthilfe unter anderem Illustrationen des Holocaust-Überlebenden Fishel Rabinowicz.