Antikriegstag 2026: Die Innovationen der Grausamkeit

Antikriegstag
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Felix Paul
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Künstliche Intelligenz, Tech-Milliardäre und die fortschreitende Automatisierung des Schlachtfelds verändern das Wesen moderner Konflikte radikal. Zum Antikriegstag am 1. September beleuchtet Felix Paul, Beauftragter für Friedensfragen der Landeskirche Hannovers, die bedrohliche Evolution der militärischen Aufrüstung, bei der moralische Grenzen zunehmend verschwimmen und die Grenze zwischen Mensch und Maschine im Krieg neu gezogen wird.

Felix Paul sagt zum Tag am 1. September:

OODA-Loop, Zentaur, Minotaur, Loitering Amunition, nullification, automation bias. Die Sprache des modernen Krieges hat sich verändert. Es heißt, dass Krieg immer auch Innovationen bringt. Eine zentrale Innovation der letzten Jahre sind Drohnen. Nicht nur die an Leipziger Flughäfen, nicht nur die, die glasfasergeleitet ganze Wälder mit Spinnenweben überziehen. Diese Debatte ist allerdings älter als 2022. Bereits die Anschaffung der Heron-Drohne führte zu einer „breit ausgelegten gesellschaftlichen Debatte“ zur Bewaffnung von deutschen Drohnen .

Viel wird investiert in neue Wege Grenzen zu überwinden. In Deutschland ist es nicht die Gießkanne, sondern der Wasserwerfer der künftig über dem schuldenfinanzierten Verteidigungshaushalt ausgekippt wird. Längst fragt man sich in unseren Nachbarstaaten, wofür das ganze Geld überhaupt da sein soll. Haben wir einen Plan? Oder geht es frei nach dem Motto „Lieber haben als brauchen“ ohne Abwägung der Fähigkeitsprofile einer modernen Armee erst einmal darum möglichst viel anzuschaffen? Es ist Ausrüstzeit und dafür wird allerhand modernes Gerät von privaten Rüstungsfirmen unter Beteiligung der fragilsten Egos unseres Planetens angeschafft: Tech-Milliardäre.

Kriegsführung wird modernisiert und verbessert. Schneller, höher, weiter ist dabei nicht nur eine Redewendung, sondern Marketing-Sprech. Welchen Wert, welche Verantwortung man als Mensch künftig im Krieg haben wird scheint noch nicht ausdiskutiert. Der von Militärstrategen bevorzugte Anspruch eines Zentauren, also einer Verbindung von Mensch und Maschine in der der Mensch als Entscheidungselement erhalten bleibt steht dabei in Konkurrenz zum Minotauren, bei dem die Maschine lenkt und der Mensch rein als Körper fungiert.

Nun mögen sich alle Staaten dieser Welt darauf einigen, dass es ethisch und moralisch nur mit dem Zentauren-Ansatz gehen kann. Aber was passiert eigentlich, wenn es diesen einen Akteur gibt, der dann den Minotauren wählt? Wir wissen alle inzwischen wie fragil, aber auch wie wichtig internationale Regime und Verträge sind.

Die Technologien ändern sich, aber die Grausamkeiten bleiben auch trotz „intelligenter Waffen“. Weiterhin gibt es den Fleischwolf, oder man wird „genullt“ (eine Anspielung auf die Nullinie, also die tödliche Kontaktlinie an die unbequemen russische Soldaten geschickt werden). Die Netzwerke lernen von Menschen. Wann also lernt die KI, dass Menschen entbehrlich scheinen und sich ein Angriffskrieg lohnt?

Ich möchte Sie einladen diesen Antikriegstag mal ganz analog über Krieg nachzudenken und zu sprechen. Vielleicht im Gespräch mit Vertrauten, auf einer der zahlreichen Veranstaltungen, oder auf einer Demo.

Hinweis: Dieser Text entstand unter den Eindrücken der Drohnenangriffe Anfang August 2026 und wurde ohne den Einbezug von KI geschrieben.