Umweltexpertin ruft zum Schutz von Eichhörnchen auf

Eichhörnchen
Bild: Mona Holk Gharib

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Zum Internationalen Tag des Eichhörnchens (21. Januar) hat die kirchliche Umweltexpertin Mona Holk Gharib zum Schutz der Tiere aufgerufen. Eichhörnchen spielten eine wichtige Rolle für die heimische Natur, sagte Gharib dem Evangelischen Pressedienst (epd). „Sie stehen symbolisch für gesunde Wälder, artenreiche Baumlandschaften und einen verantwortungsvollen Umgang mit urbanen Gärten und Grünflächen.“ Die Gartenbauerin und promovierte Umweltchemikerin ist Teamleiterin für Umweltschutz bei der evangelischen Landeskirche Hannovers und engagiert sich im Ehrenamt als Eichhörnchen-Retterin.

Hörnchen tragen zur Vielfalt des Waldes bei

Eichhörnchen verbuddelten Eicheln, Bucheckern, Haselnüsse oder Walnüsse sowie Kiefern- und Fichtensamen, aus denen sich dann neue Bäume entwickelten, betonte die Umweltschützerin. Sie legten Nahrungsvorräte im Boden an, fänden aber nicht alle Depots wieder. Die Tiere trügen so zur Verjüngung des Baumbestandes und zur genetischen Vielfalt des Waldes bei. So werde der Wald widerstandsfähiger gegen Schädlinge und den Klimawandel. „Davon profitieren auch andere Tierarten und viele heimische Singvögel.“

Bürgerinnen und Bürger könnten eine Menge tun, um Eichhörnchen zu schützen, sagte Gharib. „Achten Sie beim Rückschnitt von Hecken, Sträuchern und Bäumen darauf, Lebensräume, Nahrungsquellen und Wanderwege für die Tiere zu erhalten“, rät die Expertin. „Pflanzen Sie verschiedene heimische Baumarten, um die Nahrungskette zu stärken. Und melden Sie verwaiste oder verletzte Tiere an örtliche Rettungsstationen.“

Verletzte Tiere durch Silvester-Böller

In Burgdorf bei Hannover betreibt Gharib ehrenamtlich eine Eichhörnchen-Rettungsstation. Dort werden verletzte oder verwaiste Tiere aufgenommen, gepflegt und wieder ausgewildert. Entsetzt zeigte sich die Tierschützerin über die Folgen der zurückliegenden Silvesternacht für die Kleinsäuger. „Bereits Anfang Januar wurden uns mehrere verletzte, erschöpfte und unter Schock stehende Eichhörnchen gebracht, verletzt durch Böller, Raketen oder herumliegende Trümmerteile. Auch Tiere, die vor Lärm und Schock wegliefen, gerieten in Gefahr und wurden teils apathisch von Menschen gefunden.“

Der Stress könne bei Wildtieren Magen-Darm-Probleme und Durchfall auslösen und im schlimmsten Fall zum Tod führen, erläuterte Gharib. Trotz sofortiger Hilfe und einer Versorgung mit Sauerstoff hätten einige Eichhörnchen nicht überlebt. Die Umweltschützerin plädierte daher für Silvesterfeiern ohne Knallerei. Der „Internationale Tag des Eichhörnchens“ („Squirrel Appreciation Day“) wurde 2001 von der US-amerikanischen Wildtier-Schützerin Christy Hargrove ins Leben gerufen.

epd Niedersachsen-Bremen

Tipps zur Fütterung von Eichhörnchen im Winter

Eichhörnchen
Bild: Mona Holk Gharib

Eichhörnchen gehören in Deutschland zu den beliebtesten Wildtieren. Zurzeit befinden sie sich nach Angaben von Naturschützern wegen der kalten Temperaturen in der Winterruhe. Das bedeutet: Ein paarmal am Tag wachen sie auf, um Futter und Wasser aufzunehmen und um Kot und Urin abzusetzen.

Besonders wenn der Boden gefroren ist, freuen sich die Nager über artgerechte Futterangebote. Dazu zählen Walnüsse, Haselnüsse und Sonnenblumenkerne - mit und ohne Schale, beides ist wichtig. Jüngere Tiere können oftmals die harten Schalen von Walnüssen noch nicht knacken, daher sollten immer schalenlose Nüsse dabei sein.

Doch die Nager brauchen auch Nüsse mit Schale, vor allem um Futterdepots anzulegen. Denn Schalennüsse sind länger haltbar, wenn sie durch die Tiere verbuddelt werden. Zudem ist bei erwachsenen Hörnchen der Abrieb der Schneidezähne durch die harte Schale der Nuss bedeutsam, um ihre Zähne kurz zu halten.

Das Vergraben und Anlegen von Futterdepots ist ein natürlicher Instinkt der Tiere und sichert ihr Überleben. Das Futter sollte aber nicht auf dem Boden abgelegt werden, sondern erhöht, damit keine anderen Tiere angelockt werden.

epd Niedersachsen-Bremen